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PROSA  

„Strange things happen“

 

Lange Ferien | The Lord, Magnolias and the heavy Horses | Vollendung | In der Schwebe | Frau Abendblum | Braut Gottes

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"Es war, wie ichs erfunden habe"

 

Jahr mit zwei Geburtstagen | Heroes  |  Familienvoodo | Coming of Age | Wintersonne | Roadmovie | Ersehnter Verlust | Zwei befreiende Schüsseln | Vom Winde verweht 

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Strange things happen

„Strange things happen“

The Lord, Magnolias and the heavy Horses

The Lord, Magnolias and the heavy Horses

 

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…. The trees were grouped around one of these soap-like oval rocks, which looked as if nature itself had built a small altar for the gods of thunder, fire, wind and natural disasters. I parked my bike, spontaneously took the magnolias from the bike rack and placed them on the rocks like a small offering. Then I sat down exhausted, at the end with me and the world, leaning at the rock dozing off.

I dreamed I was riding a green folding bike into the prairie, carrying magnolia branches on the carrier. Completely exhausted, consumed by the buzzing heat I decided to take a break in the shade of a rock. In my dream I was surprised about my strange experience and while pondering how to continue this journey, I heard the refrain of a song echoing across the prairie "Walk this way, talk this way ... “, a song I remembered from my youth. The version with Aerosmith and Run DMC singing together I loved the best, the incredible power of the chorus. I could listen to it again and again because it made me feel like my life was unfolding before me and anything was possible ...

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Braut Gottes

 

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… Jetzt lag der Zebrastreifen vor ihr. Sie holte Luft und schritt mit ernstem Blick von Streifen zu Streifen bis zur anderen Seite und wieder zurück und wieder hin und zurück. Die letzten Zentimeter jedes Schrittes musste sie einen kleinen Hüpfer machen und es ärgerte sie, dass ihre Beine zu kurz waren, um so gravitätisch zu Schreiten wie Komma raus die Braut ihres Cousins.

In der Mitte der Straße blieb sie auf einem weißen Streifen stehen und sah die Straße entlang, die schnurgerade zum Horizont führte und in der Mittagshitze flimmerte. Sie schloss die Augen, spürte, wie die Hitze beim Atmen durch ihre Nasenlöcher zog …

 

 

 

 

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Vollendung

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Er springt durch die Luft, windet sich glänzend in der Sonne 

und taucht mit glücklichem Platschen ins Wasser. 

Er kennt seine Bestimmung. 

Ein letztes Mal springt er, höher, schöner als je zuvor,

genießt berauscht die herbstliche Luft.

Im Moment des Glücks wirft er die schillernden Schuppen ab,

die wie goldene Tropfen ins Wasser sinken.

 

Der Fischer erwartet ihn lächelnd.

 

 

 

 

Coming-of-Age

 

In der Ecke unter meinem Schreibtisch lebt ein Krokodil. 

Obwohl ich es nicht sehen kann, weiß ich, dass es da ist. Das Krokodil ist furchtbar launisch. Wenn es schlechte Laune hat ist es schlammbraun, stinkt und ich kann es nur im besänftigen, indem ich Mozart Etüden übe. Dann färbt es sich grasgrün, ist freundlich und heißt Thomas, wie der Nachbarsjunge. Da ich aber noch nicht gut Klavier spielen kann, ist es meistens unzufrieden. Es kriecht dann aus seiner Ecke und legt sich vor mein Bett, um dort zu lauern, bis ich schlafen gehe. Zum Glück steht mein Bett gegenüber der Zimmertür, ich nehme schon im Gang Anlauf und springe fast von meiner Zimmertür ins Bett, um nicht gefressen zu werden. Bisher ist es immer gut gegangen, obwohl ich nur schätzen kann, auf welcher Höhe es sein riesiges Maul aufreißt … 

Braut Gottes
Vollendung
In der Shwebe

In der Schwebe

 

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„Ich weiß nicht, was ich da soll, wo ich nicht bin“

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Unentschlossen schwebt der Satz einen Moment lang in der Luft, gleitet dann den Hügel hinunter und senkt sich langsam in den Garten des großen Hauses.

 

Der alte Mann starrt angestrengt in die Ferne. 

Was sieht er? Was bedeutet für ihn das, was er sieht?

 

Ein Pudel löst sich langsam aus dem herbstlichen Nebel.

Er tänzelt, scheint dabei den Boden kaum zu berühren. Jeden Samstag um diese Zeit kommt er mit seiner Besitzerin hier vorbei. Sie: gebrechlich, fast kahl, Trippelschritte am Rollator – er: elegant, federnder Schritt, getrimmte Locken, sich seiner Schönheit bewusst. 

Sie ergänzen sich, ohne viel voneinander zu wissen.

Der alte Mann starrt den Hund an, der von ihm keine Notiz nimmt. Hunde haben ein Gespür für Leere. „Leer“ kann der alte Mann nicht denken, aber er fühlt es – er fühlt nichts anderes mehr.

Als der Pudel an ihm vorbei tänzelt, bäumt sich ein letzter Funke Wut in dem Mann auf, ein Wiederschein vergangener Tage. Er tritt nach dem Pudel, verliert das Gleichgewicht und fällt hin. Er blickte gen Himmel. 

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„Ich weiß nicht, was ich da soll, wo ich nicht bin.“

Am Fuße des Hügels tritt der Koch in den Garten und pflückt Kräuter für das Abendessen der Patienten. Der Satz erhebt sich sanft und gleitet durch die offene Tür ins Haus, in dem viele Menschen auf ihn warten.

 

 

 

 

 

Heroes

 

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… So ein dürres Aktmodell ist Anfängerglück, ich hangle mich von Rippe zu Rippe.

Am einfachsten zu zeichnen sind die vom Leben Gezeichneten. Die mit den eigenartigen Proportionen. Die, die ihr Leben fett, dürr, krumm, einfältig, verbittert, überdreht oder auf andere Art und Weise verstörend und auffällig gemacht hat. Ich freue mich für sie. Für die meisten Aktmodelle ist die Aufmerksamkeit und Toleranz, die wir ihnen entgegenbringen die Einzige, die sie bekommen. Sie lieben ihre Zeit auf dem Podest. Sie sind die Schausteller, wir die
Zuschauer. Das macht uns zu Komplizen. Uns zu den Komplizen Ihres Exhibitionismus, ihres Flehens um Anerkennung. Sie macht es zu Komplizen unseres Erwachsenwerdens, denn Aktzeichnen ist ein Weg am Abgrund. Durch die ungeschönte Nähe zu den nackten, fremden Körpern und bizarren Verhaltensweisen fühle ich den Schrecken der Vergänglichkeit. Ich spüre, was es zu verlieren gibt. Mein herrliches Leben ist keine Selbstverständlichkeit und das Fehlen der Selbstverständlichkeit eine permanente Zumutung …

 

… Vitus und ich gehen zum Zeichnen in den Englischen Garten,

der in der Spätsommersonne glüht. „I, I will be king and you, you will be queen“. Vitus hat Prosecco dabei. Wir zeichnen, wir knutschen. Unser Strich ist phantastisch, wilde Perspektiven.

„I, I wish you could swimm, like the dolphins, like dolphins can swimm“, von irgendwoher weht David Bowie zu uns und trifft unser Lebensgefühl …

 

… In einem Preisausschreiben hat Vitus einen roten Beach Buggy gewonnen, mit dem wir zu Bowie und Prince über die erdinger Feldwege brettern. Ich lasse meine Beine aus dem Auto baumeln, die grüne Lurex-Steghose, die Vitus mir geschenkt hat, glitzert in der Sonne. „Damit siehst du aus wie eine Nutte“, sagt meine Mutter, und ich liebe die Hose noch mehr. „You, you will be queen“, and I am. Schöner kann es nie werden …

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Wintersonne

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… „Ich weiß nicht, was ich da soll, wo ich nicht bin“

 

Wenn jemand, während er diesen Satz sagt, die Erbsensuppe aus seinem Teller auf den Tisch löffelt, stiftet das bei mir dadaistische Freude. Aber wenn dieser jemand mein Vater ist, der nicht zum Dadaistischen neigt, entfaltet der Satz Beklemmung. 

Er beobachtet, wie seine Suppe vom Tischrand tropft, ich beobachte gebannt, wie er die Suppe beobachtet, bis die Kellnerin die Situation mit einem Scherz aufbricht. 

„Grün ist nicht so Ihre Farbe, oder? Möchten Sie lieber eine rote Suppe, eine Tomatensuppe?“ 

Er blickt auf.

„Nein, blutende Suppe gefällt mir überhaupt nicht, höchstens ein Messer“. 

Die Kellnerin sieht ihn fragend an.

„Möchten Sie auch mal?“ 

Er reicht ihr den Suppenlöffel, den sie verunsichert nimmt und in der Hand wiegt. Mein Vater greift nach seiner Gabel und wiegt sie auch in der Hand. Ich habe das Gefühl in einem Theaterstück zu sitzen … 

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Zwei befreiende Schüßeln

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…. In diesem Moment schwant mir, dass die Idee vielleicht doch nicht ganz so gut war. Oma starrt mich an, schweigt und wird langsam so rot wie die Kirschen. Als sie fast nicht mehr röter werden kann, schaut ihr plötzlich mein Opa über die Schulter. Er kapiert die Situation sofort und wird auch kirschrot, allerdings weil er versucht, sein Lachen zu unterdrücken.

Wir starren uns alle an, die Welt ist ganz still, nur die Vögel zwitschern weiter. Ich merke, wie auch ich jetzt furchtbar rot werde. Kurz bevor mein Opa platzt, sagt er „Musidi barabido maledetto futschdi sono futschdi kado diranditio futschdi grit. Sidi soda seifius di farius di kokasnuss. Bassemakutje diremdede kadobere ma flederwitsch”. Das klingt, als würde er das Zwitschern der Vögel übersetzen, aber ich glaube, er hat es selbst erfunden, denn er sagt das oft zur Ablenkung, wenn schlechte Stimmung ist oder wenn er traurig oder eben, wenn er gerne in einer komischen Situation lachen würde, sich aber nicht traut …

… Ich schaue zu meiner Oma, die erstaunlicherweise nur noch rosa ist, also fast wieder ihre normale Gesichtsfarbe hat. Und noch erstaunlicher ist, dass sie wirkt, als würde sie gleich mitlachen, was sie dann auch wirklich tut. Das heißt, eigentlich ist es kein Lachen, es ist schon eher ein Röhren, das klingt, als käme plötzlich das eingesperrte Lachen von Jahrzehnten aus ihrem Mund. Sie lacht und lacht und lacht und wir endlich mit ihr, Tränen schießen ihr aus den Augen …

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Heroes

"Es war, wie ichs erfunden habe"

Wntersonne
Es war wie ichs erfunden habe
Zwei befreiende Schüßeln
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